Archiv der Kategorie 'Presse'

Versetzt erhält Ultimatum

Offener Brief an die Ratsparteien, die Verwaltung der Stadt Münster und die Wohn+Stadtbau

Am heutigen Freitag, 16.01.2009 erhielten wir ein Schreiben der Wohn+Stadtbau, in dem wir dazu aufgefordert werden, die Gebäude der Grevener Straße 53 und 55 binnen drei Tage zu verlassen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen droht die Wohn+Stadtbau uns mit Strafanzeigen und Zwangsräumung.

Wir sind erbost über diese Art der ersten Kontaktaufnahme seitens der Wohn+Stadtbau und fragen nach dem Zweck. Die Wohn+Stadtbau hat aktuell keinerlei Handlungsbedarf uns noch im Januar vor die Tür zu setzen, da noch Mietverträge bis mindestens zum 31.01. bestehen und die Gebäude dem entsprechend vorher nicht abgerissen werden können. Die Wohn+Stadtbau hatte den Auftrag von der Stadt Münster, für alle Mieter_innen der Grevener Straße Ersatz zu stellen. Sie ist diesem Auftrag nicht nachgekommen, weder hat sie dem Versetzt auch nur eine Alternative angeboten, noch hat sie für alle Wohnmietparteien Ersatz zur Verfügung gestellt. Stattdessen versucht sie den schon lange währenden politischen Konflikt nicht durch Gespräche und Verhandlungen, sondern durch Androhung von Zwangsmaßnahmen zu beenden.
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Erste Pressemitteilung der Besetzer_innen vom 01.01.2009

Die Grevener Straße 53 ist besetzt
Münster, 1.1.2009. Autonome Gruppen und Initiativen besetzten die leerstehenden Wohnungen an der Grevener Straße 53 und das „Versetzt“.

Mit einer großen Silvesterparty startete eine erneute Besetzung in der umkämpften Häuserzeile an der Grevener Straße. Nachdem bereits 2006 und 2007 die Häuser 57 und 59 besetzt wurden, ist es nun die Hausnummer 53. Grund für die Besetzung ist der ungelöste Konflikt um die Häuserzeile. Eine Besetzerin auf der Silvesterfeier dazu: „Nach der Räumung im Jahr 2007 riss die Wohn- und Stadtbau die Häuser 57 und 59 unverzüglich ab. Nun stehen dort Neubauten mit teilweise erheblich teureren Mietpreisen. Wir haben die Nase voll von den Lügen der Wohn- und Stadtbau und der Untätigkeit der Verantwortlichen in Regierung und Verwaltung der Stadt Münster den Konflikt endlich zu lösen.“

Bevor nun auch die nächsten beiden Häuser dem Bagger zum Opfer fallen und sich die Wohngegend damit weiter verteuert, läuteten rund 200 Menschen in der Silvesternacht die neue Runde ein und besetzten kurzer Hand die Hausnummer 53. Wie bei der Besetzung der Grevener Straße 59 nahmen AnwohnerInnen der Grevener Straße die Besetzung positiv auf und feierten mit den BesetzerInnen ins neue Jahr.
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Erneute Besetzung in der Grevener – Party in der 59

Bereits auf der 1.Mai Demonstration gab es einen Freiraumblock der den erhalt verschiedener bedrohter Projekte vorderte. Am 02.Mai gab es dann eine erneute Bestzung des Neubaus in der Grevener Straße 59.
Hier die Presse dazu:

MZ am 05. Mai 2008

WN am 05. Mai 2008

Offener Brief an die Wohn- und Stadtbau und den Rat der Stadt Münster

Münster, 7. Mai 2007

Offener Brief an die Wohn- und Stadtbau und den Rat der Stadt Münster
Betr.: Räumung des besetzten Hauses in der Grevener Straße 59 und Kriminalisierung der Hausbesetzer

Am 1. April 2007 wurde die Grevener Straße 59 in Münster besetzt. Die Besetzung richtete sich gegen die Pläne der Stadt, die Häuser Grevener Straße 31 bis 59 abzureißen und so preiswerten Wohnraum zu zerstören. Die BesetzerInnen forderten ein unabhängiges Gutachten über den Zustand der Gebäude. Mit der Besetzung sollte zudem der Forderung nach einem selbstverwalteten Sozialen Zentrum Nachdruck verliehen werden. Die Forderungen der BesetzerInnen wurden von der städtischen Wohn- und Stadtbau ignoriert. Stattdessen wurden Fakten geschaffen: Am 24. April wurde das besetzte Haus geräumt und mit dem Abriss der Häuser 57 und 59 begonnen. Gegen zehn Hausbesetzer wurde Strafanzeige gestellt.
Nach dem Bebauungsplan soll die gesamte Häuserzeile Grevener Straße 31 bis 59 abgerissen werden um dort lukrativere Gebäude zu bauen.
Das Handeln der Wohn- und Stadtbau ist unsozial und steht im Kontrast zu ihrer in der Presse verkündeten Gesprächsbereitschaft, „Geduld und Diplomatie“.
Wir haben uns während der Besetzung von dem guten Zustand des Gebäudes in der Grevener Straße 59 überzeugen können. Eine Baufälligkeit war nicht zu erkennen. Es ist ein Skandal, dass hier mutwillig von der Wohn- und Stadtbau gut erhaltener, günstiger Wohnraum zerstört wurde. Wir unterstützen die Forderungen der ehemaligen BesetzerInnen und fordern die Wohn- und Stadtbau auf, die Strafanzeigen umgehend zurückzuziehen. Von der Stadt Münster fordern wir eine Bestandsgarantie für die noch immer abrissbedrohten Häuser Grevener Straße 31 bis 55.

Jahreshauptversammlung des Vereins zur Erhaltung preiswerten Wohnraums (VzEpW), Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser Breul 32-38, Tibusstraße 30 a, b., 6. Mai 2007

i.A. des VzEpW, Dr. Bernd Drücke

Abs.: Verein zur Erhaltung preiswerten Wohnraums (VzEpW)
c/o Dr. Bernd Drücke, Breul 32, 48143 Münster. Tel.: 0251/279587

Leserbrief von Herrn Wirth

Zur Räumung der Grevener Straße 59

Als ich heute morgen durch die Grevener Straße fuhr, fiel mir auf, dass Autos einer Sanierungsfirma vor der Nummer 59 stehen. Ebenso fehlten die Transparente und die gelben Fenster, die das Haus die letzten Wochen schmückten. Ich möchte der Wohn-und Stadtbaugesellschaft für ihr Einlenken und die Entscheidung mit den Sanierungsarbeiten direkt an zu fangen gratulieren. Nach 40 Jahren wird es auch mal Zeit neue Fenster und Zentralheizungen ein zu bauen.
Nicht verstehen kann ich jedoch die Räumung der BesetzerInnen. Die freudige Nachricht, dass ihre Forderungen nun doch erfüllt werden, hätte sie doch sicherlich zum freiwilligen Gehen motiviert.
In der Hoffnung das sich die BesetzerInnen auch noch zu dem Geschehen äußern,
Reno Wirth
Weseler Straße 67

Räumung ohne Argumente und Verhandlungen

Pressemitteilung

Als am Morgen des 24. April Vertreter der Wohn- und Stadtbau zum instandbesetzten Haus Grevener Straße 59 kamen, wurden sie begleitet von einem großen Polizeiaufgebot, Abrissarbeitern und einem Abrissbagger.

Obwohl die Wohn- und Stadtbau zuvor in der lokalen Presse verkündete, mit den BesetzerInnen in Verhandlungen zu stehen und eine Lösung ohne polizeiliche Räumung an zu streben, meldeten sie sich nach der ersten Begegnung am dritten Tag der Besetzung über zwei Wochen lang nicht bei den BesetzerInnen. Auch bei dem nun zweiten Kontakt wurden die BesetzerInnen lediglich vor die Wahl gestellt, innerhab von kürzerster Zeit entweder freiwillig zu gehen oder sich polizeilich räumen zu lassen.

Gute drei Wochen weigerten sich sowohl Wohn- und Stadtbau als auch CDU und FDP, auf die Argumente der BesetzerInnen und deren Forderung nach einem externen Gutachten zur Bausubstanz einzugehen. Stattdessen wurden und werden die von den BesetzerInnen bloßgestellten Lügen, am gleichen Ort würde gleich oder gar doppelt soviel öffentlich geförderter Wohnraum entstehen, wiederholt.

Aufschlussreich ist die Eile mit der nach dem dreiwöchigen Aussitzen vorgegangen wird. Ohne vorherige Ankündigung wurde die Grevener Straße 59 geräumt. Noch während sich die InstandbesetzerInnen im Haus befanden, wurde im Garten mit schwerem Gerät gearbeitet. Kurz darauf wurden die Fenster entglast. In diesen Tagen sollen die Häuser ganz abgerissen werden. Hier sollen scheinbar möglichst schnell Tatsachen geschaffen und nicht diskutiert werden.

Die BesetzerInnen bekamen eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Diebstahl. Der Diebstahl bezieht sich auf Strom, Gas und Wasser. Zum letzteren Vorwurf sagte Peter Stuck, einer der BesetzerInnen: „Das ist lächerlich. Beim ersten Gespräch mit der W+S haben wir ihr angeboten, diese Kosten zu übernehmen.“ Außerdem fordert er die sofortige Aufhebung der Strafanzeigen.

Trotz der Räumung geben die BesetzerInnen ihr Anliegen den preiswerten Wohnraum in der Häuserzeile Grevener Straße 31-59 zu erhalten nicht auf und fordern auch für die restlichen Häuser externe Gutachten über die Bausubstanz. Der Bebauungsplan solle aufgehoben und die BewohnerInnen in die Planungsprozesse miteinbezogen werden. Dass sie dafür entschlossen weiter eintreten werden, zeigten sie auch mit der kurzfristig organisierten Demonstration am gleichen Tag der Räumung, an der 150 bis 200 Menschen teilnahmen. Hier wurden auch die Rufe nach einem sozialen Zentrum laut. „In den letzten Wochen haben verschiedene Personen und Gruppen hier zudem täglich ein vielfältiges kulturelles Programm organisiert, das von mehreren hundert Menschen besucht wurde. Das zeigt die Notwendigkeit eines sozialen Zentrums in Münster, das ja schon seit längerem gefordert wird.“ erläutert die Besetzerin Klara Fall.

Pressemeldungen zur Besetzung

Hier noch ein nachgereichter Artikel von Mitte der Woche. Aktuelles kommt dann wieder am Dienstag …

Presse

„Neue BewohnerInnen“ beginnen Renovierung der 59

Die von der Stadt Münster als langjährige Eigentümerin der Häuser jahrelang versäumten Renovierunsarbeiten wurden am Donnerstag von den HausbesetzerInnen begonnen.

Nachdem am Mittwoch zu einer öffentlichen Hausbesichtigung eingeladen wurde, entschieden sich die HausbesetzerInnen, nach regem Zuspruch aus der Bevölkerung mit den Renovierungsarbeiten inner- und außerhalb des Hauses zu beginnen. Ein ehemaliger Mieter des Hauses bestätigte die Auffassung der HausbesetzerInnen, dass die Eigentümerin die anfallenden Renovierungsarbeiten mit der Absicht des zukünftigen Abrisses vernachlässigte.

Verwaltung, CDU und FDP halten weiterhin an dem äusserst umstrittenen und veralteten Bebauungsplan aus den 1980er Jahren fest, obwohl Ende der 1990er Jahre eine alternative Verwaltungsvorlage erarbeitet wurde. Diese alternative Verwaltungsvorlage sieht keinen Abriß der Grevener Str. 31 – 59 vor, wurde aber unter Verschluss gehalten.

Die „Neuen BewohnerInnen“ fordern die Aufhebung des Bebauungsplanes, die Freigabe und öffentliche Diskussion des alternativen Verwaltungsplans und den sofortogen Stopp des akuten Abrisspläne.

Tuer rot
Fenster gelb

Münsteraner Zeitung 04.04.

Hier zwei Artikel aus der Münsteraner Zeitung vom 04.04.

artikel

artikel

Münsteraner Zeitung 03.04.

Hausbesetzer ziehen um

Münster – Im Hausflur klemmt von innen ein rotes Treppengeländer zwischen Stufen und Haustür. Die Eingangstür des Hauses an der Steinfurter Straße 59 wird vorerst geschlossen bleiben. Das Haus ist seit gestern besetzt. Die Tage von Nummer 57 und 59 waren bereits gezählt. Der letzte Mieter ist so gut wie ausgezogen, die Abrissgenehmigung existiert schon. „Doch wir waren schneller“, schreiben die Hausbesetzer in einer Pressemitteilung. Ihre Bemühungen um das Nachbarhaus mussten sie in der vergangenen Woche einstellen. In den Zargen dort hängt keine Tür mehr. Da steht jetzt eine Mauer.

Ein freundlicher 44-Jähriger mit langen Haaren und Vollbart wartet vor dem Haus mit der Nummer 59 und begehrt Einlass. „Klingeln hilft!“, steht auf einem Zettel neben der Haustür. In diesem Fall stimmt das nicht. Niemand öffnet.

Bis vor zwei Jahren hat der Mann nur einige Meter weiter gewohnt, in Hausnummer 31. Er würde gerne helfen, vielleicht Kaffee vorbeibringen. Und er findet die Aktion „spannend“. Er sähe es gerne, wenn die Abrissbirne an den Klinkerbauten hier vorbeischweben würde. Die Besetzer drücken das etwas dezidierter aus: „Zeigen wir der Stadt, dass sie sich die Zähne an der Häuserzeile ausbeißen wird!“ Sie fordern einen Besetzungsmarathon, um den günstigen Wohnraum zu erhalten. Und sie sagen, die Stadt habe die ganze Zeile verkommen lassen, nur um sie jetzt abreißen zu können.

Der Mann vor der Haustür hat einen Blick in den Hinterhof geworfen. Dort hat er etwas Müll gefunden, aber keine Hausbesetzer. Es rührt sich nichts hinter der Haustür. Noch nicht. Für den Abend ist eine Party angekündigt. Möglicherweise sind die Besetzer noch unterwegs. Vielleicht fehlen noch die Getränke. – rhe
02. April 2007 | Quelle: MZ