Beiträge von Administrator

wem gehört die stadt?

Flyer
Lebenswert ist Münster nur für die, die es sich leisten können!

Eine Ralley zu sozialen Eingrenzungen und Ausgrenzungen in der Stadt Münster! Mit lustigen Lach- und Krachstationen für alle die Lust haben, der Stadt als Wettbewerb­standort etwas entgegenzusetzen. Gegen Städtekonkurrenz und die damit einher­gehende Verdrängung derer, die nicht zur „Marke Münster“ passen. Gegen Über­wachungs- sowie Sicherheits- und Sauber­keitswahn. Erobern wir uns die Stadt zurück. Mit lustigen Lach- und Krachstationen zu:

  • Migration und Grenzen (Flüchtlinge werden in unserer Gesellschaft systematisch ausgegrenzt. Sie müssen in abgelegenen Sammelunterkünften mit weniger als dem Existenzminimum leben – jahrelang ohne sicheren Aufenthaltsstatus und werden dann oft wieder abgeschoben. Aber die Ausgrenzung beginnt schon an den militarisierten Grenzen Europas, wo versucht wird, Menschen den Zutritt zu verwehren.)
  • Überwachung (Ordnung und vermeintliche Sicherheit ist wichtig für eine Stadt, die Wohlhabende anziehen will. In Münster gibt es seit 1999 ein Ordnungsamt. Der „Service“ „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit (SOS)“ des Ordnungsamt wird beständig ausgebaut, das Amt bekommt immer mehr Befugnisse, mehr Mitarbeiter_innen und politischen Einfluss. An fast jeder Hausecke und jedem öffentlichen Ort hängen Kameras. So wird versucht nonkonformes Verhalten zu bekämpfen. Außerdem wird so ein Großteil unseres Alltags dokumentiert.)
  • Anti-Gentri (In den Städten weltweit wird Politik für den „Standort“ betrieben, nicht für den Lebensort Stadt. Seit einigen Jahren taucht der sperrige Begriff „Gentrifizierung“ in Wissenschaft und Politik auf. Gentrifizierung meint zunächst den Prozess der Verdrängung einer Bevölkerungsschicht durch eine wohlhabendere Schicht. Zu diesem Prozess gehören aber auch Kürzungen im sozialen Bereich, ein erhöhter Druck auf Arme und Arbeitslose, eine wirtschaftsorientierte Kulturpolitik und Repression gegen alle, die nicht den Normen der Mehrheit entsprechen.)
  • Bezahlbarer Wohnraum (Zu einem angstfreien Leben gehört unter anderem eine Wohnung zu haben. Seit Jahren gefährden steigende Mieten diese Sicherheit. Gleichzeitig steigen Armut und soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft, Menschen müssen einen immer größeren Teil des Einkommens für Miete ausgeben)

    Kommt mit eurem Fahrrad, Rolli, Skate­board oder euren Füßen am 25.6. um 14 Uhr zum AStA Häuschen am Schloss. Ihr könnt als Gruppe oder Einzelperson an der Ralley teilnehmen. Niemand muss alleine an den Start gehen. Equipment bekommt ihr ausge­händigt. Abends ist Preisver­leihung. Es gibt tolle Preise!

    Freiraum Ralley // 25.06 // 14h // am AStA Häuschen (Schlossplatz) //

  • Redebeitrag von der Nachttanzdemo

    Freiräume sind Zuflucht für Rebell_innen, Geächtete, arme und obdachlose Leute, radikale Aktivist_innen, illegalisierte Migrant_innen. Für uns sind diese Räume entscheidender Teil einer Bewegung für soziale Veränderung. Seit Jahren kämpfen wir für die Entstehung eines Sozialen Zentrums in Münster. Dabei haben wir immer wieder Häuser besetzt und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Häuser sollten entweder einem Fahrradweg weichen, wie an der Grevener Straße, oder standen einfach so jahrelang ungenutzt leer, wie das ehemalige Q8 am Hafen. Durch sehr vielseitige niedrigschwellige und möglichst bezahlbare Veranstaltungen ist es uns mit den Besetzungen immer wieder gelungen ein Angebot zu schaffen, das auch den Menschen offen stand, die entweder kein Geld oder keinen Bock auf Latte Macchiato oder hochwertigen Jazz in den auf alternativ gehübschten Tempeln des Kreativkais haben und hatten. Zudem konnten wir allein in den 107 Tagen, in denen letztes Jahr in Münster Häuser besetzt waren, die Kritik an der neoliberalen Stadtpolitik publik machen. Dabei erhielten wir immer wieder fast ausschließlich positive Rückmeldungen, sowohl von unseren Nachbar_innen in der Grevener Straße, als auch von den Besucher_innen im Q8.
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    Zu viel Ärger, zu wenig Wut

    Unsere Meinung zur derzeitigen Stadtpolitik:

    Flyer

    Köln: Wenn Räumung…

    … dann Reclaim the Streets. Wir rufen dazu auf, bei einer Räumung des Autonmen Zentrum in Köln, an den dortigen Reclaim the Streets Aktionen teilzunehemen. Im Falle einer Räumnung findet ihr hier kurzfristig Infos zur gemeinsamen Fahrt nach Köln. Stay tuned!

    Freispruch für Hausbesetzer*innen

    23.8.2010 – Heute fand ein Verfahren gegen 4 Leute statt, die vom 31.10.-01.11.2010 die ehemalige Gebrüder Grimm Schule in der Scheibenstraße besetzt haben sollen. Trotz Anhörung von 3 Zeugen konnte den Angeklagten die Tat nicht nachgewiesen werden. Der Prozess wurde von vielen Interessierten beobachtet, die teilweise sogar stehen mussten. Nach Verlesung der Prozesserklärung der Angeklagten (siehe unten) gab es lautstarken Beifall aus dem Publikum. Dieser verärgerte allerdings den Richter Teklenbourg so sehr, dass er einige der BeobachterInnen des Saales verwies und andere BeobachterInnen den Prozess nur unter den Tischen verfolgten konnten.

    Prozesserklärung:
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    [Versetzt-Besetzung] Ebenfalls Einstellung des Verfahrens gegen 2.-ten Beschuldigten!

    Nun ist es also auch im zweiten Strafverfahren, wegen der Besetzung des Kulturcafes Versetzt und zweier weiterer Häuser an der Grevener Straße zu einer Einstellung des Verfahrens gekommen. Dem entsprechend fällt der Gerichtstermin am kommenden Freitag, den 20.11. um 10 Uhr flach.

    Im März diesen Jahres wurden bei der martialischen Räumung dreier besetzter Häuser 2 Menschen im Nachbargarten festgenommen und stellvertretend für die gesamte Freiraum-Bewegung in Münster angeklagt. Nach einer Einstellung im Oktober vor dem Amtsgericht Warendorf war es nun anscheinend auch dem zuständigen Gericht in Münster zu riskant ein öffentliches Verfahren, in dem in jedem Fall besonders der maßlos übertriebene Polizeieinsatz thematisiert worden wäre, zu riskieren. Unabhängig davon hätte sich das Gericht mit einer Verurteilung in der Öffentlichkeit keinen Gefallen getan, da die Besetzerinnen und Besetzer, der über drei Monate besetzten Häuser, eine fast ausnahmslos positive Presse für ihre Anliegen hatten.
    Unabhängig von den Repressionsbemühungen an der Grevener Straße zeigte sich die Bewegung für ein Soziales Zentrum in Münster in den folgenden Monaten mit 2 neuerlichen Besetzungen alles andere als abgeschreckt!
    Wir begrüßen die Einstellung der Verfahren gegen die Angeklagten!

    Besetzung in Münster beendet

    Nach dem gelungenen Freiraumwochenende in der leerstehenden Gebrüder-Grimm-Schule haben wir uns dazu entschlossen das Gebäude wieder zu verlassen. Dies hat nichts damit zu tun, dass die Münsteraner_innen besetzungsmüde geworden sind. Ganz im Gegenteil, wir konnten das Wochenende mit vielen Menschen, spannenden Vorträgen und Diskussionen sowie einem gelungenen Konzert mit Guts Pie Earshot verbringen. Das macht Mut für neue Projekte.

    Dennoch war unser Ziel mit dieser Besetzung vor allem ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen an den Rat der Stadt Münster, dass wir noch da sind und weiter für ein Soziales Zentrum kämpfen werden, mit allen uns legitim erscheinenden Mitteln.

    Allein in diesem Jahr haben wir in Münster an 107 Tagen Häuser besetzt und dort versucht unsere Vorstellung von einem Freiraum umzusetzen. Der Fokus bei dieser Wochenendbesetzung lag auf inhaltlicher Arbeit und Diskussion über politische Grundfragen, welche in den letzten Besetzungen leider häufig hinter den anstrengenden organisatorischen Aspekten auf der Strecke blieb.

    Wir denken es ist uns erneut eindrucksvoll gelungen zu zeigen, dass wir uns von der Repression, die vor allem auf die Besetzung des „Versetzt“ folgte nicht einschüchtern lassen und uns auch die aggressive Abrisspolitik nicht abschreckt.

    Wir freuen uns auf das Jahr 2010!

    Freiraumwochenende in besetztes Haus verlegt!

    Im Rahmen des für die Baracke angekündigten Freiraumwochenendes haben wir heute Morgen erneut ein Haus besetzt. Die ehemalige Gebrüder-Grimm-Schule in der Scheibenstraße 114 (http://maps.google.com/maps?oe=UTF-8&sourceid=navclient&gfns=1&q=google%20maps&um=1&ie=UTF-8&sa=N&hl=de&tab=wl)
    steht seit längerem leer und eignet sich hervorragend als Freiraum um Politik und Kultur zu verbinden.

    Samstag und Sonntag finden verschiedene Vorträge und Workshops zu Themen von Antisexismus über Homophobie im Reggae bis hin zu politischem Veganismus statt zu denen ihr herzlich eingeladen seid. Den Samstag Abend leitet die Band Guts Pie Earshot ein, danach machen wir Party mit verschiedenen Djanes. Morgens gibt es Brunch, abends warmes Essen gegen Spende.

    In den letzten zwei Jahren wurden sich mit allein vier Besetzungen in Münster immer wieder temporäre Freiräume erkämpft.

    Freiräume, in denen die unterschiedlichsten Menschen zusammen gekommen sind und gemeinsam gekämpft haben.
    Freiräume, in denen Kultur und Politik gemacht wurden – ohne über die nächste Miete nachdenken zu müssen.
    Freiräume, die wir uns genommen haben – ohne zu fragen, ohne zu betteln.
    Freiräume, in denen Utopien ausprobiert wurden, denn natürlich stoßen in ihrer Umsetzun immer wieder an unsere eigenen Grenzen. Reproduzieren häufig das, was wir kritisieren und reiben uns an unserem eigenen Anspruch.

    Pünktlich zum Einstand des neuen Rats der Stadt Münster möchten wir die Ratsmitglieder an diesen nach wie vor ungelösten Konflikt erinnern.

    Kommt vorbei, diskutiert und feiert mit uns!

    Buslinien ab Bahnhof: 1 (Richtung Amelsbüren), 5 und 9 (Richtung Hiltrup) bis Königsweg

    Fußweg (ca. 20 Minuten): links aus dem Bahnhof, Von-Steuben-Straße geradeaus, Friedrich-Ebert Straße, von der geht ganz am Ende die Scheibenstraße links ab.

    31.10.-01.11. Freiraumwochenende in Münster – Achtet auf Ankündigungen!

    Samstag 31.10.2009, 11:00 Uhr bis Sonntag 01.11.2009, 15:00 Uhr in der Baracke, Achtet auf Ankündigungen.
    Mit Workshops, Vorträgen und abends Vokü und Konzert mit Guts Pie Earshot!
    Ort und weitere „TopActs“ werden noch bekannt gegeben.

    In den letzten 2 Jahren wurden sich mit allein 4 Besetzungen in Münster immer wieder temporäre Freiräume erkämpft. Freiräume, in denen Kultur und Politik gemacht wurden – ohne über die nächste Miete nachdenken zu müssen. Freiräume, die wir uns genommen haben – ohne zu fragen, ohne zu betteln. Freiräume, in denen Utopien ausprobiert wurden, denn natürlich stoßen wir in ihrer Umsetzung auch immer wieder an unsere eigenen Grenzen, reproduzieren häufig das, was wir kritisieren und reiben uns am eigenen Anspruch. Frei- Raum zu haben heißt noch nicht gleich frei zu sein. Und weil bisher in besetzten Häusern in Münster bisweilen die Zeit und Ruhe fehlten, Themen, die zu Freiräumen dazu gehören, zu besprechen, gibt es vom 31.10.09 – 1.11.09 ein Freiraumwochenende, an dem wir von A wie Antirepressionstipss und Antisexismus über S wie soziale Kämpfe in der Stadt und Selbstverteidugung bis V wie politischer Veganismus informieren wollen. Außerdem gibt es veganen Brunch, Vokü sowie Konzert und Filme.

    Das Program im einzelnen:

    Am Samstag:
    11.00 Uhr Brunch
    12.oo Uhr Vortrag zu politischem Veganismus
    14.00 Uhr Gibt es linksradikale Weicheier? Der Versuch eines Vortrags zu Gender + Sexismus
    16.00 Uhr Selbstverteidigungsworkshoo
    18.00 Uhr Vokü – Essen für alle
    20.00 Uhr Konzert mit Guts Pie Earshot

    Am Sonntag:
    11.00 Uhr Brunch
    12.00 Uhr Jonglage-Workshop
    14.00 Uhr Aktivist_innen 1×1

    19 Tage !

    Es kam, wie es aus städtischer Sicht kommen sollte. Unmittelbar nach der Räumung der besetzten Gebäude am Mittelhafen rollten die Abrissbagger an. Zurück bleibt einmal mehr ein Schutthaufen…
    Die Wiederbelebung der leer stehenden Stadtwerke-Gebäude dauerte zwar nur 19 Tage, ermöglichte aber vielen Menschen verschiedenen Alters einen tieferen Einblick in den Alltag eines soziokulturellen Zentrums. Jeden Tag kamen interessierte Personen vorbei, beteiligten sich an Plena und Arbeitsgruppen, besuchten Workshops, Konzerte und „Küche für Alle“ oder tranken Kaffee und besichtigten die Gebäude. Konnte sich das Kultur- und Veranstaltungsprogramm an der Grevener Straße durch die Einschränkungen der Wohnbebauung nur teilweise entfalten, lieferte das „Q8“ einen idealen Ort, um unkommerzielle und selbstverwaltete Strukturen aufzubauen und zu leben.
    Gerade diese Alternative hätte dem „Kreativ-Kai“ zu seiner wahren Bedeutung verhelfen können – so bleibt er in erster Linie eine auf Gewinn ausgerichtete Flaniermeile.
    Als Abrissargument diente den Aufsichtsratvertreter_innen der Stadtwerke die Nähe zum Gefahrengutlager Lehnkering – ihrer Meinung nach dürfte der Betrieb eines Zentrums nicht erlaubt werden. Allerdings misst hier die Stadt mit zweierlei Maß: Entspricht es ihren wirtschaftlichen Interessen, erteilen die Behörden Genehmigungen für die gewerbliche Nutzung, Anderenfalls würde der ebenfalls innerhalb der Sicherheitszone liegende „Kreativ-Kai“ so nicht existieren.
    Was in anderen Städten längst zum festen Bestandteil des soziokulturellen Lebens gehört, wird in Münster konstant ausgesessen. Die Frage nach der Notwendigkeit eines selbstverwalteten Zentrums, in dem Menschen ihre Ideen gleichberechtigt einbringen und verwirklichen können, scheint sich lediglich die Ratsmehrheit aus CDU und FDP noch zu stellen. Denn seit der Nutzung der ehemaligen Uppenbergschule im Jahre 2000 ist der Zuspruch in der Münsteraner Bevölkerung für Freiräume, die nicht marktwirtschaftlichen Standards unterliegen, kaum noch zu überhören.
    Anstatt sich an millionenschweren Großprojekten wie der Musikhalle zu orientieren, sollte die Stadt sich vielmehr der alltäglichen Bedürfnissen der Menschen bewusst werden – hierzu zählt auch das geforderte Zentrum.

    Die Konzepte wurden unlängst von ask e.V. bei Verwaltung und Parteien eingereicht. Wir als Besetzer_innen unterstützen dieses „legale“ Vorhaben zwar, zweifeln aber angesichts der Aussagen der Verwaltung „Was da gefordert wird, gibt der Markt einfach nicht her“ und den anschließenden „Alternativangeboten“ (viel zu teuer und unter 150 qm) am politischen Willen. Denn Fakt ist, dass die Stadt im Besitz geeigneter Objekte ist, diese aber lieber für ihre selbst verschuldete Haushaltsmisere veräußern will, leer stehen lässt oder abreisst.
    Die Schutthalden an der Grevener Straße und am Mittelhafen spiegeln nur einen Teil der schwarz-gelben Wohnungsbau- und Sozialpolitik wider, die in den letzten 10 Jahren zu einer Halbierung der Zahl an Sozialwohnungen und einer erheblichen Mittelkürzung für sozial und kulturell tätige Initiativen und Vereine geführt hat.
    Wir werden weiterhin für unkommerzielle Freiräume und gegen eine Politik kämpfen, die uns durch Kriminalisierung einzuschüchtern versucht und Leerstand lieber abreißt, als ihn einer kreativen Nutzung zu überlassen!