Erste Pressemitteilung der Besetzer_innen vom 01.01.2009

Die Grevener Straße 53 ist besetzt
Münster, 1.1.2009. Autonome Gruppen und Initiativen besetzten die leerstehenden Wohnungen an der Grevener Straße 53 und das „Versetzt“.

Mit einer großen Silvesterparty startete eine erneute Besetzung in der umkämpften Häuserzeile an der Grevener Straße. Nachdem bereits 2006 und 2007 die Häuser 57 und 59 besetzt wurden, ist es nun die Hausnummer 53. Grund für die Besetzung ist der ungelöste Konflikt um die Häuserzeile. Eine Besetzerin auf der Silvesterfeier dazu: „Nach der Räumung im Jahr 2007 riss die Wohn- und Stadtbau die Häuser 57 und 59 unverzüglich ab. Nun stehen dort Neubauten mit teilweise erheblich teureren Mietpreisen. Wir haben die Nase voll von den Lügen der Wohn- und Stadtbau und der Untätigkeit der Verantwortlichen in Regierung und Verwaltung der Stadt Münster den Konflikt endlich zu lösen.“

Bevor nun auch die nächsten beiden Häuser dem Bagger zum Opfer fallen und sich die Wohngegend damit weiter verteuert, läuteten rund 200 Menschen in der Silvesternacht die neue Runde ein und besetzten kurzer Hand die Hausnummer 53. Wie bei der Besetzung der Grevener Straße 59 nahmen AnwohnerInnen der Grevener Straße die Besetzung positiv auf und feierten mit den BesetzerInnen ins neue Jahr.

Die BesetzerInnen haben die leerstehenden Wohnungen wieder nutzbar gemacht, indem sie die von der Wohn- und Stadbau herausgerissenen Anschlüsse für Wasser und Kanalisation neu einrichteten. Die Sprecherin der BesetzerInnen Silke Frein dazu: „Die Wohnungen sind in einem optimalen Zustand und sind nur durch die massiven Zerstörungen der Wohn- und Stadtbau unbewohnbar gemacht worden. Und dies während Obdachlose gerade wieder auf Straßen erfrieren.“
Anders als letztes Jahr soll jetzt zudem das „Versetzt“ fallen, dessen NutzerInnen seit dem 30.12. auf der Straße stehen. Dieser unkommerzielle Laden, in dem sich politische und kulturelle Initiativen treffen und arbeiten, ist entstanden aus der Besetzung der Uppenbergschule vor genau 9 Jahren. Frein: „Das Versetzt zu kündigen und abreißen zu wollen, ohne ein Soziales Zentrum zur Verfügung zu stellen ist ein massiver Angriff auf selbstorganisierte alternative Strukturen Münsters.“

Das dieser erneute Angriff nicht nur Menschen aus Münster wütend macht, zeigt auch eine Besetzung aus Solidarität in Löhne Anfang Dezember.
Eines ist für die BesetzerInnen klar: „Diesen Angriff auf unsere Strukturen werden wir nicht schlucken, wir werden uns wehren. Wir lassen uns nicht vertreiben, wir nehmen uns was uns gehört!“, so Frein mit Nachdruck.
Diese deutlichen Worte bezeugen, dass das Klima sich verschärft. Für die erste Januarwoche haben die BesetzerInnen bereits eine Veranstaltungsreihe vorbereitet. Filmabende, Quizshows unter dem Motto „Wer wird RevolutionärIn“, SanitäterInnenworkshops und Infoveranstaltungen über den Abschiebeknast Büren werden so das Haus auch nach Silvester mit Leben füllen.